Jahresbericht der Fachstelle Information Kirchliche Berufe

© Thomas Leist; 5. April 20

 

I. www.chance-kirchenberufe.ch

Auch 2019 besuchten wir mit dem Chancenmobil kirchliche Anlässe, wie das Bistumsjugendtreffen in Zug oder Firmanlässe in den Kantonen Luzern und Zürich und die Priesterweihe in Schwyz.

Einmal mehr hat die Kampagne gezeigt, dass sie auch ein Zeugnis für eine lebendigen Ökumene gibt, denn in den Beratungen wurden zwei Personen an die reformierte Kirche vermittelt. Gleichzeitig profitieren wir von interessanten Angeboten der reformierten Kollegen, wie dem «TheoTrail», einem Kennenlernspiel kirchlicher Berufe und Berufungen, zu dem auch Firmgruppen eingeladen sind - und das sich zudem sehr leicht für eigene Firmabende adaptieren lässt.

Zum Ende des Jahres wurde in der Steuerungsgruppe darüber nachgedacht, wie das Projekt in den kommenden Jahren fortgeführt werden soll. In Absprache mit den Landeskirchen wurde vereinbart, dass es eine neue Ausschreibung gibt und neue Werbeagenturen eingeladen werden, sich an dem Projekt zu beteiligen. Inhaltlich wird die IKB weiterhin die Verantwortung tragen, neu werden auch die Finanzen stärker zusammengeführt, bleiben aber in einem separaten Unterkonto transparent.

 

II. Aktionen

Drei grössere Aktionen konnten wir in diesem Jahr realisieren:

In einer Sendereihe von Radio Maria konnten wir in jedem Monat einen Kirchenberuf über eine Stunde live und mit der Möglichkeit zu Hörerfragen vorstellen. Die 12 Beiträge wurden auch als Podcast zur Verfügung gestellt und in Ausschnitten für andere Anlässe verwendet.

Im Sommer waren wir erstmals auf dem Weltjugendtag in Luzern vertreten. Unserem Workshop zur Berufswahl wurde in zwei Durchgängen von 20 Personen besucht.

Besonders breit war die Präsenz der IKB dieses Jahr am Ranfttreffen. Ruth Langner hatte ein Team von Ordensleuten und einem Neupriester gebildet und mit einem spannenden „Escaperoom zu kirchlichen Berufungen“ Jugendliche bewegt, über die unterschiedlichen Berufe nachzudenken. 70 Jugendliche kamen so vor allem in einen kurzweiligen Kontakt mit Personen des kirchlichen Lebens. Die Rückmeldungen haben gezeigt, dass dieses Angebot ein voller Erfolg war. Ein Dank an alle Beteiligten.

 

III. Orden

Die Zusammenarbeit mit den Orden wurde 2019 intensiv fortgeführt. Eine Gruppe von Ordenspersonen und engagierten Laien trifft sich seit August zur Vorbereitung eines gesamtschweizerischen Treffens religiöser (christlicher) Gemeinschaften und Eheleute am 11. Sept. 2021 in Baar zum Thema: „In Partnerschaft Lebende und Gottgeweihte.“

Intensiv vorbereitet wurde zudem erstmalig ein Anlass für jüngere Ordensmitglieder: „Am Feuer vereint!“ am 5. September 2020 in Zürich. Es soll ein Tag der Vernetzung der Gemeinschaften werden und wir wagen ein Coaching der besonderen Art: Durch den Tag führt David Kadel, Mentaltrainer im Sport und bekennender Christ. Wir laden hierzu Ordensleute bis 55 Jahre und solche in Formation ein. Eine Anmeldung ist noch möglich bis 15. Mai 2020. Ursprünglich war dieser Anlass im September 2019 vorgesehen, doch hat sich gezeigt, dass die Ausschreibung mehr Zeit braucht, damit sich alle Angesprochenen diesen Termin freihalten können.

Auf der Homepage www.gerufen.ch werden Orden, die sich im Bereich der Berufungspastoral engagieren vernetzt und auf Angebote in diesem Bereich hingewiesen. Wir wissen aber auch um die breite Begleitung unserer Arbeit im Gebet der verschiedenen Gemeinschaften und danken dafür.


IV. Januarforum

Im Januarforum sprach Claudia Maria Nothelfer zum Thema: „Kultur der Stille in den Kirchen und für die Welt - Warum ist sie notwendig und wie prägen wir sie? Ein Plädoyer für mehr Kontemplation und Achtsamkeit“. Über 50 Personen nahmen teil und die Rückmeldungen zeigten, dass dieser Tag ein fester Bestandteil der Arbeit der ikb für die Orden sein ist und bleiben sollte. Allerdings bereiten die zum Teil weiten Anfahrtswege insbesondere älteren Personen zunehmend Mühe.

 

V. Social Media

Die Homepage www.gerufen.ch ist gut angenommen. Zusätzlich wurden erste Gehversuche auf Instagram und Twitter unternommen. Hier zeigt sich, dass die Bewirtschaftung doch recht Zeit intensiv ist und auch wird die Nachhaltigkeit zu prüfen sein.

 

VI. Material

Letztmalig wurde das Material zum Weltgebetstag in Papierform versandt. Fortan wird es digital auf der Homepage zur Verfügung gestellt und nur auf Nachfrage und besonderen Wunsch ausgedruckt.

Die Mappe der IKB für Interessierte und Berufsberatungen wurde komplett erneuert und kommt nun in der Aufmachung von «Chance Kirchenberufe» daher. Berufsberater bedanken sich für das gelungene Lay-out. Der neue Beruf des Leitungsassistenten/der Leitungsassistentin wurde in die Vorstellung der Berufefe aufgenommen.

 

VI. Beratung

Unser wichtigstes Anliegen muss es bleiben, möglichst viele Personen direkt im persönlichen Gespräch beraten zu können. Es hat sich gezeigt, dass die Kampagne www.chance-kirchenberufe.ch  dazu hilft: 29 Anfragen in zwei Wochen per Telefon oder Webformular erbrachte die Oktoberaktion im ÖV. Auch wenn nicht alle Anfragen zielführend sind und je niederschwelliger man sich melden kann (Sozial-Media) desto häufiger auch weniger Interessierte den Weg finden, so zeigt sich doch, dass diese Kampagne eine breite Personengruppe erreicht.

Insgesamt haben wir im Jahr 2019 gut 35 Interessierte vor Ort beraten, hinzu kamen ungefähr 70 Anfragen per Mail oder Telefon. Der Altersdurchschnitt liegt bei ungefähr 42 Jahren. Es kommen mehr Frauen als Männer zur Beratung. Der Schwerpunkt liegt in der Religionspädagogik. Anteilig an die Zahl der Katholiken gerechnet kommen die meisten Anfragen aus dem Bistum Basel, gefolgt von St. Gallen.

 

VII Aktuelle Problemstellung

Immer häufiger werden in den Beratungsanfragen die aktuellen kirchlichen Diskussionen aufgegriffen. Insbesondere die Frage nach der Stellung der Frau beschäftigt Interessierte am kirchlichen Beruf. Hierbei geht es nicht um Machtfragen, sondern um die simple und berechtigte Frage, ob man als Frau die gefühlte Berufung tatsächlich am besten in der Kirche oder nicht doch besser in einer anderen sozialen Einrichtung einbringen kann. Die Ernsthaftigkeit, in der angefragt wird, muss uns anhalten, dieses Thema auch in der Berufungspastoral zur bedenken. Es wird zu prüfen sein, ob nicht eine vertiefte Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Frauenverein neue Impulse bringen kann.

 

VIII. Finanzielle Situation

Die finanzielle Situation stellt sich 2019 weiterhin gut da. Allerdings haben auch EO-Zahlungen für den Militärdienst des Stellenleiters die Personalkosten gemindert.

Die Zahlungen aus den Orden, die sich nach der Anzahl der Mitglieder richtet, sinken erwartungsgemäss. Die Zahlungen der RKZ sind stabil. Zu den Einnahmen aus Spenden und Opfers wird diskutiert, ob nicht alle drei Jahre ein Pflichtopfer in den drei Bistümern aufgenommen werden kann. Ansonsten gilt immer noch das Ziel, das Eigenkapital abzubauen.


gerufen.ch